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Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens

AG Säugetierkunde in NRW

Der Atlas zeigt Ihnen auf Basis von Topographischen Karten das Vorkommen heimischer Säugetierarten. Probieren Sie es aus.

Reh

European roe deer

Rote Liste NRW: u Ungefährdet

Capreolus capreolus

Startjahr

Endjahr

 

Artfoto
Foto: Jan Ole Kriegs
Das Reh ist die kleinste heimische Hirschart. Rehböcke wiegen bis 20 kg. Die eleganten Tiere mit den großen Augen und Ohren haben im Sommer ein leuchtend rotbraunes Fell, im Winter ist es ein eher stumpfes Braun. Um den Schwanz und After herum besitzen Rehe einen hellen Spiegel, dessen Haare bei Flucht so gespreizt werden, dass dann das so vergrößerte Feld weiß aufleuchtet. Das kurze Geweih, das so genannte Gehörn, mehrjähriger Rehböcke hat normalerweise nur sechs Enden. Im Gegensatz zu den anderen Hirscharten in Deutschland wird das Geweih im Spätherbst abgeworfen und neu nachgewachsen wird es dann im nächsten Frühjahr gefegt. Die Art ist auch dadurch ausgezeichnet, dass ziemlich regelmäßig Zwillinge geboren werden. Rehe kommen in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vor, im Wald, in mit Gehölzen und Hecken gegliederter Landschaft aber auch in Stadtrandbereichen, wo sie sogar in die Gärten Einzug halten können. Selbst in ausgeräumten Feldfluren leben Rehe, solange sie dort genügend Nahrung, bezüglich der sie recht wählerisch sind, finden.
Einerseits sind Rehe recht beliebt, zumal sie die einzigen großen Wildtiere in der Landschaft sind, die man auch am Tage mal zu sehen bekommt und sie außerdem ein begehrtes Jagdwild sind, andererseits heißt es, dass die Zahl der Rehe nicht hinnehmbare Schäden an Pflanzen und insbesondere an Gehölzen anrichtet und dass deshalb ihr Bestand merklich reduziert werden müsse.

Rehe sind in NRW flächendeckend verbreitet, nur im eigentlichen Siedlungsbereich der Städte und Dörfer fehlen sie. Einen Eindruck der Häufigkeit der Art in NRW vermittelt die Zahl der erlegten Rehe. Z. B. waren es im Jagdjahr 2012/13 66924 Rehe, zuzüglich 28130 als Fallwild gemeldete Exemplare. Bei der faunistischen Erfassung der Art im Lande lohnt eine Zählung der Rehe besonders im Nachwinter, wenn sich verschiedene Sprünge gerne zu größeren Verbänden zusammenschließen und sich dann in offenen Landschaften gut zählen lassen. Reizvoll ist auch die Erfassung von schwarzen Rehen, die regional gehäuft auftreten können.

Literatur:

  • KROKER H (1984): Reh - Capreolus capreolus (Linnaeus, 1758). In: SCHRÖPFER R, FELDMANN R, VIERHAUS H (Hrsg.): Die Säugetiere Westfalens.- Abh. Westf. Mus. Naturkde. 46: 354-359.
  • STUBBE C (1989): Rehwild Capreolus capreolus (L.). In: STUBBE H: Buch der Hege. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin. Band 1 Haarwild: 140-169.
  • VON LEHMANN E, SAGÄSSER H (1986): Capreolus capreolus Linnaeus, 1758 - Reh. In: NIETHAMMER J, KRAPP F (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas, AULA-Verlag, Wiesbaden. Band 2/II Paarhufer: 233-268.
  • wald-und-holz.nrw.de/fileadmin/media/Dokumente/Jagd/Streckenstatistiken/Jagdstrecke_2012-2013.

Textautor

Henning Vierhaus

Empfohlene Zitierweise

Vierhaus H (2019): Reh (Capreolus capreolus).In: AG Säugetierkunde NRW — Online-Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens. Heruntergeladen von saeugeratlas-nrw.lwl.org am 24.04.2019

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