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Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens

AG Säugetierkunde in NRW

Der Atlas zeigt Ihnen auf Basis von Topographischen Karten das Vorkommen heimischer Säugetierarten. Probieren Sie es aus.

Luchs

Eurasian lynx

Rote Liste NRW: R durch extreme Seltenheit (potentiell) gefährdet

Lynx lynx

Startjahr

Endjahr

 

Artfoto
Foto: Jan Ole Kriegs
Der Europäische Luchs ist Europas größte Katzenart. Er ist etwa so groß wie ein Schäferhund. Ohrpinsel, Backenbart, kurzer Schwanz mit schwarzer Spitze und das rotbraunes oder graubraunes Fell mit schwarzen Flecken unterscheiden ihn deutlich von der Wildkatze. Luchse jagen vorwiegend mittelgroße Säugetiere. In Deutschland stellt das Reh die Nahrungsbasis. Der Luchs pirscht sich in Deckung an seine Beute heran und tötet sie durch einen Biss in die Kehle. Mit seinen langen Beinen und großen Pfoten kann sich der Luchs gut im Schnee bewegen. Spuren, Kot und Beutereste verraten dann seine Anwesenheit. Luchse weichen dem Menschen aus und sind meist bei Nacht aktiv. Luchse zu beobachten gelingt daher nur sehr selten. Sie sind aber weniger scheu, als man früher annahm. Bei Begegnungen mit Menschen ziehen sie sich oft langsam in eine Deckung zurück. Luchse leben in großen geschlossenen Wäldern. Sie wechseln bei Fernwanderungen aber auch durch halboffene Landschaften mit Hecken und Waldinseln. Die Streifgebiete sind extrem groß, oft deutlich größer als 100 Quadratkilometer. Im Streifgebiet eines Männchens leben bis zu zwei Luchsinnen. Für die Jungenaufzucht braucht die Luchsin geschützte Verstecke zwischen Felsen oder unter gestürzten Bäumen.

Der Luchs wurde in NRW im frühen 18. Jahrhundert ausgerottet. Damals verschwand die Art in ganz Mitteleuropa. Seit den 1970iger Jahren wurden Luchse in verschiedenen Gebieten in Mitteleuropa wieder angesiedelt. Eine geringe Fortpflanzungsrate bei hoher Jungendsterblichkeit, Verkehrstot und illegale Verfolgung erschweren die Stabilisierung der Vorkommen und den Aufbau neuer Populationen. Abgesehen von einem im Jahr 1969 im Rhein-Sieg-Kreis illegal geschossenen Luchs unbekannter Herkunft wird erst seit 1985 wieder von freilebenden Luchsen in NRW berichtet. Nachweise von einzelnen Luchsen gelangen im Arnsberger Wald (1999, 2004), in der Nordeifel (2003 - 2005), im Rothaargebirge (2006, 2011) und im Teutoburger Wald (2008 - 2014).

Literatur:

  • HUCHT-CIORGA I, KAISER M (2011): Luchs und Wolf in NRW. Die Rückkehr der Großraubtiere. Natur in NRW Nr. 2/2011: 35-39.
  • HUCHT-CIORGA I (2012): Luchsmonitoring (Lynx lynx) in Nordrhein-Westfalen - Hinweise aus den Jahren 1985 bis 2011. Säugetierkundliche Informationen, Jena 8, H. 45: 463-481.

Textautor

Ingrid Hucht-Ciorga

Empfohlene Zitierweise

Hucht-Ciorga I (2021): Luchs (Lynx lynx).In: AG Säugetierkunde NRW — Online-Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens. Heruntergeladen von saeugeratlas-nrw.lwl.org am 01.12.2021

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